Zentrum für Hereditäre Tumore



In den vergangenen 10 – 20 Jahren wurde weltweit die alarmierende Beobachtung gemacht, dass Menschen mit der Diagnose Krebs immer jünger werden. Offensichtlich spielen Umweltfaktoren eine wichtige Rolle, aber das Thema einer familiären oder erblichen Häufung sollte zu dem Zeitpunkt der Diagnose Beachtung finden. Je jünger ein Mensch an Krebs erkrankt, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine erbliche Veranlagung vorliegen könnte. Für Menschen unter 50, die an Krebs erkranken, wird eine genetische Testung empfohlen, ebenso für alle Menschen mit einer familiären Häufung von Krebserkrankungen und alle Menschen mit der Diagnose Eierstock- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Verfügbarkeit, Kostenreduktion und Geschwindigkeit, mit der heute in Blut oder Speichel eine genetische Testung erfolgen kann, sollte genutzt werden, um durch individualisierte Vorbeugung und Behandlung optimale Ergebnisse zu erzielen. Zunächst steht bei einer Krebsdiagnose fast immer die Entscheidung zu einer Operation – mit oder ohne Vor-und Nachbehandlung – im Raum. Eine erfahrene onkologische Risikoeinschätzung und Berücksichtigung lebensqualitätserhaltender Optionen vor einem Eingriff sind besonders für Menschen, die mitten im Leben stehen, wichtig.


Leistungsspektrum

An dem ZHT bieten wir Ihnen eine erfahrene und spezialisierte, vor allem auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Krebserkrankung ausgerichtete onkologische Betreuung an. Es geht immer darum, maßgeschneiderte Entscheidungen zu treffen, die neben einer konsequenten onkologischen Therapie die Aspekte einer Prävention und guten Lebensqualität berücksichtigen. Wir handeln nach dem Prinzip: so wenig wie möglich, aber so viel und so konsequent wie nötig. Neben den Operationen an Dick- und Enddarm, vor allem mit Funktionserhaltung der Kontinenz, werden ebenso (prophylaktische) Eingriffe am Magen, Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Leber und Schilddrüse durchgeführt. Maßstab dabei ist das beste onkologische Ergebnis, gepaart mit einer bestmöglichen Lebensqualität.

 

 

Die Chance für Betroffene und ihre Familien besteht heute darin sich auf eine erbliche Veranlagung zu Krebserkrankungen testen zu lassen. Zu dem Zeitpunkt einer Krebsdiagnose sollte bereits vor einer Operation diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da sich individuelle Risiken und Therapiemöglichkeiten hieraus ergeben können. Wenn eine Genveränderung besteht, kann Verwandten das Angebot gemacht werden gezielt auf diese erbliche Veränderung in Speichel oder Blut zu testen. In aller Regel besteht ein geschlechtsunabhängiges 50 %-iges Vererbungsrisiko. Die genetische Untersuchung bei krebserkrankten Personen < 50 J. ist eine Kassenleistung, ebenso die Genuntersuchung bei Verwandten, sofern ein Gendefekt in der Familie identifiziert wurde. Wenn man den Gendefekt nicht hat, liegt kein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko vor. Umgekehrt hat man alle Chancen durch Vorsorge und Früherkennung nicht an Krebs zu erkranken. Wir bieten Ihnen eine fundierte und einfühlsame fachgenetische und klinische Beratung an, damit Sie Ihr individuelles Krebserkrankungsrisiko und das Ihrer Familie kennen. Auf dieser Grundlage werden Sie Ihre Vorsorge- und Therapieentscheidungen informiert treffen können und das für Sie beste onkologische und funktionelle Ergebnis erreichen können.

 

Ev. Krankenhaus BETHESDA
Heerstraße 219
(Eingang Königgrätzer Str.)
47053 Duisburg

 

 

Zentrumsleitung

Prof. Dr. med. Gabriela Möslein

 

 

Zentrumskoordinatorin

Filiz Bayer

Tel.: 0203 6008 3152

Fax: 0203 6008 1160

 

zht@bethesda.de

 

 


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WAZ Artikel über das Zentrum für Hereditäre Tumore
ZHT_Bethesda_WAZ_18.01.2021-1.pdf
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